DagMars Weg zum Heil-Sein
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Mögen die Segnungen jedes Tages die sein, die du am
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Nicht weil es schwer ist,
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sondern weil wir es nicht wagen,
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Ausgewählter Beitrag

leben mit allem.......




Guten Morgen in die Runde.
Dieses Bild ist auch von dem Gelände des Kuppelfestes, genau wie gestern das mit dem Bauwagen....... unser Bauwagen ist noch nicht soweit ..... das dauert noch ein bischen - *grins* in der Ruhe liegt die Kraft.

Zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich im August den Ofen eingeheizt, nun bollert es schön und mir wird warm. Aber es soll ja nun wirklich ein bischen besser werden - ein bischen Sommerwärme und vor allem die Sonnenstrahlen und das Licht tun uns gut - dann kommt auch die Energie zurück..... meine hatte sich schon irgendwo verbuddelt, es war ihr einfach zu kalt *grins* - jetzt locke ich sie wieder raus!

In den letzten Jahren mit meinem Lupus habe ich ein interessantes hilfreiches Buch entdeckt von Ken Wilber "Mut und Gnade".

Er schrieb das Buch nach dem Tod seiner Frau Treya, die an Krebs erkrankt war.
Er hat ihre Aufzeichnungen, die sie im Laufe der Krankheit niedergeschrieben hat, übernommen und mit eigenen Gedanken ergänzt.

Das Buch ist 1991 erschienen, also von dem Therapieansatz vielleicht nicht mehr so aktuell - wobei, soweit ich weiß, auch in der Krebstherapie nichts wesentlich Neues entdeckt wurde.

Ken Wilber gilt als Einstein der Bewußtseinsforschung und als Vordenker der Neuen Psychologie - was auch immer das heißen mag...... und zu dem Zeitpunkt des Buches war er Buddhist.

Ein Auszug aus dem Klappentext:

"Es ist nachdenklich machende Reflexion über alternative Ansätze in der Heilkunde und östliche Formen der Spiritualität, und es ist nicht zuletzt ein erschütternder Erfahrungsbericht darüber, wie Menschen in einer schier ausweglosen Situation innerlich wachsen und über sich hinauswachsen können."

Das Buch hat mich so fasziniert, weil diese Frau in vielem genauso dachte, wie ich.....UND weil es auch auf die Partnerschaft eingeht.
Wie wird der Partner mit der schweren Erkrankung fertig? Was kann er/sie tun, um ein bischen eigenes Leben zu behalten, nicht unterzugehen?

Ich habe immer gedacht, daß es oft für die Angehörigen schwer kranker Menschen schlimmer ist, als für die Kranken selbst.

Wer krank ist, hat keine Wahl - ja tatächlich, in diesem Fall stimmt das. Keine Wahl, denn die Krankheit ist nunmal da. Sie/er muß damit leben...... oder auch nicht, klar, das wäre eine Wahl, aber die Krankheit verschwindet nicht dadurch.

Aber die Angehörigen haben die Wahl. Einmal die Liebe zu diesem kranken Menschen..... und daneben das eigene Leben, der starke Lebens- und Überlebenstrieb.

Und es ist einfach nur fürchterlich zuzusehen, wie der geliebte Mensch leidet und selber kann man NICHTS tun.
Dieses NICHTS tun können, diese Ohmacht ist das Furchtbare daran und kaum zu ertragen.

Und die Balance finden - wenn die Wahl bedeutet, bei dem kranken Menschen zu bleiben - die Balance zwischen Fürsorge und zuviel Fürsorge,
zwischen Mitfühlen und eigenem Abgrenzen zum Selbstschutz,
zwischen Miteinander und dem Leben des eigenen Lebens,
zwischen Helfen + Lieben und gesundem Egoismus,
das ist ungeheuer schwer ......... aber zu erlernen.

Ich denke, und habe erfahren, daß es sich lohnt, dieses Lernen auf sich zu nehmen ...... und auch weiterzugeben.
Es bereichert das Leben und ändert unsere Sicht der Mitlebewesen und des Lebens überhaupt.

Aber, darauf muß immer wieder hingewiesen werden:
es ist ganz wichtig, daß Partner und Angehörige schwer kranker Menschen sich ein Stück eigenes Leben bewahren,
kleine Oasen, in denen sie Kraft schöpfen für sich selbst und für den Partner.

Ich habe schon gehört, wenn Herbert zum Beispiel alleine zu einer Feier ging (und in den letzten beiden Jahren konnte ich fast nie mehr mit):
wie kann er nur seine kranke Frau alleine lassen und sich vergnügen!

Aber das ist wichtig! Einmal rauskommen, für kurze Zeit vielleicht einmal alles vergessen,
merken und spüren, daß er selbst auch noch lebt,
ein bischen Abstand bekommen von dem Leid und der Not
und dann mit neuer Kraft weitermachen.

Und das wird in diesem Buch sehr schön und eindringlich geschildert, es ist einfach überLEBENSwichtig!

Ich seh schon, daß wird ein langer Eintrag, aber das ist mir jetzt wichtig, also weiter *grins*......

Ein Zitat von Treya :
"Ich fühlte mich auch von manchen Angehörigen + Freunden zum positiven Denken gedrängt. Es ist nur verständlich, daß niemand, sei er krank oder gesund (das heißt potentiell krank), gern an die schlimmsten Möglichkeiten denkt, aber es wäre doch gut, wenn Freunde + Verwandte sich klarmachten, daß die Angst eines Krebs-Kranken nicht unrealistisch, nicht einfach negatives Denken ist."

Ja, ich bin ja eine angeboren positiv Denkende, aber auch ich hatte meine Ängste und meine Not - und es ist ganz wichtig, das auch zuzulassen, darauf einzugehen und dann vor allem nicht mit einem Satz wie "das darfst du nicht mal denken" oder "das wird schon wieder" zu kommen.

Aber ich glaube, das liegt an der Angst der Angehörigen. Sie haben ja auch Angst, es ist schwer, mit dieser Angst umzugehen, sie zuzulassen.
Trotzdem sollten wir solche Ängste nicht niederreden, das verletzt!

Und weiter mit Treya:
"....... so sagten Freunde zu uns, eines sei ihnen durch diese Erfahrung (einer schweren Krankheit) sehr deutlich geworden,
nämlich daß das Leben einfach nicht fair ist,
daß untadeliges Verhalten uns keinen Anspruch auf Belohnung verschafft, daß diese Dinge einfach geschehen (!!!).
Nichts ist so simpel, wie wir es gerne hätten. Und es ist schwer (fürchterlich schwer) im "Weiß-nicht-Land" zu leben."

Wir erwarten vom Leben, das es uns fair behandelt. Wir fragen immer nach Gerechtigkeit.
Wir sehen Menschen, die wir als "gut" bezeichnen und ihnen geht es schlecht.
Wir sehen Menschen, die wir als "schlecht" bezeichnen und ihnen geht es bestens.
Daran haben wir zu beißen und können es nicht begreifen.

Aber das Leben ist nicht so. Das Leben ist einfach nur das Leben.
Es paßt sich nicht unseren "verzivilisierten" Gedanken und Grenzen an.
Ein Auflehnen dagegen ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel, den wir verlieren.
Es ist vergeudete Kraft und Energie.
Das Leben - und das sehen wir deutlich an den Tieren - will gelebt werden, wie es ist und egal was es uns bringt, mit ALLEM, wir können da nichts ausgrenzen, nur weil wir das nicht wollen.
Und je eher wir das einsehen, desto besser können wir damit umgehen und lernen das Leben zu leben und zu lieben.

Und zum Schluß noch etwas ganz Wichtiges, das nicht nur für Schwerkranke gilt, sondern für uns alle (wieder ein Zitat von Treya):

"Deshalb lautet mein wichtigster Rat, daß man immer darauf achten soll, wann man von den Ärzten aus der eigenen Bahn geworfen wird
(sie können schrecklich überzeugend sein, was ihren eigenen Ansatz angeht, und schrecklich ablehnend gegeüber außerschulischen Ansätzen)
nehmt euch die Zeit, euch klarzumachen, was IHR wollt, und wozu IHR euch intuitiv hingezogen fühlt,
trefft die Entscheidung, die IHR wahrhaft als eure eigene empfindet und zu der IHR stehen könnt,
wohin sich auch führen mag (!!!!!).
Wenn ich sterbe, dann möchte ich sicher sein, daß es aufgrund meiner eigenen Entscheidungen geschieht."

Das ist etwas, das nur jeder Einzelne selber für sich entscheiden kann und darf und muß!
Es gilt für alles im Leben und es gilt immer.
Eigen-Verantwortung übernehmen für sich selbst und das eigene Leben und ganz besonders in Krankheits-Zeiten.
Aus Eigen-Verantwortung entsteht Eigen-Macht, das macht uns stark und gibt uns die Kraft, die wir brauchen - ganz besonders wenn wir krank sind.....
obwohl es gerade dann ganz besonders schwierig sein kann, das weiß ich, auf der eigenen Entscheidung zu bestehen und sie durchzuziehen.

Und dann kommt noch ein ungeheuer wichtiger Punkt:
Wenn ein Kranker sich für etwas Bestimmtes entschieden hat, dann heißt es für die Angehörigen und Partner nur noch:
Ich stehe hinter Dir, ich unterstütze Dich auf diesem Weg, ich gehe mit!

Wenn die Entscheidung einmal gefallen ist, dann ist nicht mehr die Zeit, mit Wenn + Aber zu kommen (das können wir vorher tun, wenn der Weg noch gesucht wird) - egal, was wir selber darüber denken.
Niemand weiß im Voraus, welche Entscheidung die "richtige" ist (was ist überhaupt "richtig"?), aber wenn sie getroffen wurde, dann müssen wir dazu stehen und unsere Unterstützung geben, ganz egal, was wir selber darüber denken.

Tja, das sind heute Morgen so meine Gedanken gewesen - anscheinend ist das heute Nacht gewachsen - ein harter Brocken vielleicht....
aber ungeheuer wichtig für unser aller Leben.

Wir selbst können jeden Tag in diese Lage kommen oder es trifft geliebte Menschen....... und es schadet nicht, sich einmal damit auseinanderzusetzen.

Wenn wir anfangen, in kleinen Dingen endlich SELBST die Verantwortung zu übernehmen,
wenn wir einsehen, daß das Leben einfach so ist, wie es ist (und es ist gut so)

dann werden wir auch mit schweren Herausforderungen fertig,
wir können erkennen, daß sie unser Leben bereichern (vielleicht nicht in dem Moment, wo es passiert ..... aber es wird kommen!)
und daß das einfach dazugehört zum Leben.
Wenn wir LEBEN wollen, dann müssen wir das annehmen und uns stellen - oder wir lassen es eben, ziehen uns die Decke über den Kopf, wollen nichts wissen und hoffen, daß es an uns vorbeigeht ..... das Leben.

Wir haben die Wahl!

Habt einen guten Tag ihr Lieben, nehmt das Leben an, packt es in seiner ganzen Fülle und Kraft, mit allem Feuer (das auch verbrennen kann) und fürchtet euch nicht vor dem Leben - wir sind behütet und wir bekommen Hilfe, wenn wir das wollen - es lohnt sich.

Liebe Grüßlis - Dagmar


Nickname 10.08.2005, 07.23

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Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Hannelore

Hallo liebe Dagmar, heute komme ich erst spät dazu, mich in den Blogs umzusehen. Das Buch, von dem Du erzählst, hatte ich mir vor längerer Zeit mal in der Bibliothek ausgeliehen und war sehr beeindruckt und berührt von diesem Schicksal und vom Mut dieser Frau. Sicher, in solchen Situationen muß jeder selber entscheiden, was gut und richtig ist, das kann einem niemand abnehmen. Das Buch ist aber ein guter Anstoß, mal darüber nachzudenken, wie würde ich mich verhalten, wenn... Jeder kann in so eine Lage geraten, schneller, als man denkt. Ich habe das Buch nie ganz vergessen und vielleicht leihe ich es mir nochmal aus.
Du hast das ja in ähnlicher Form durchgemacht und weißt, wovon Du sprichst.

Sei ganz lieb gegrüßt von Hannelore (die sich immer noch so sehr über das Bild freut) :lieb:

vom 10.08.2005, 19.32
Antwort von Nickname:

Hast Du es auch gelesen, liebe Hannelore, wie schön.
Es ist wirklich ein starkes und mutmachendes Buch.
Das macht mir auch Freude *strahl*, daß Du Dich so über das Bild freust!!
Wie ich über den Anhänger!!!!!
Liebe Grüßlis - Dagmar

3. von Regina

Liebe Dagmar, du kannst die dinge immer so knackig auf den punkt bringen. woher findest du immer die richtigen worte? klasse, das ich dich - virtuell - kennen darf.
schicke dir sonne, im august so kalt, unglaublich, hier ist es warm, aber "normalerweise" wärmer ... aber einen ofen brauchen wir wirklich nicht, der sonnenschirm ist aufgespannt ...
GLG Regina :sonne:

vom 10.08.2005, 13.28
Antwort von Nickname:

hallole liebe Regina.
Danke schön, weiß auch nicht, die Worte kommen einfach so, jemand schickt sie mir anscheinend *freu*
Danke für die Sonne, die können wir gebrauchen, hier ists trüb und KALT ........ und Sonnenschirm?????? Was ist das????
Liebe Grüßlis Dagmar

2. von Christine

Liebste Dagmar...

ich stimmer Dir 100% zu... das hast Du super auf den Punkt gebracht...
LG
Christine :schaf: :h: :brot:

vom 10.08.2005, 11.45
Antwort von Nickname:

Daaaaanke schön, Du Liebe - liebe Grüßlis Dagmar
1. von te-resa

Hallo liebe Dagmar
Dieses Buch hab ich vor Jahren auch mal gelesen und es hat mich tief berührt.
Diese sensible,feine Gespür,die Stärke und Kraft-
ich konnt nicht mehr aufhören zu lesen. Ich hab mitgelitten-mitgelacht -getrauert und am Ende den Schmerz körperlich gespürt und war doch erleichtert.
Danke,dass du es mir wieder in Erinnerung gerufen hast.
lg te-resa

vom 10.08.2005, 11.06
Antwort von Nickname:

huhuu liebe Resa.
Das freut mich, daß es Dir auch gefallen hat. Bisher kannte ich noch niemanden, der es auch gelesen hatte.
Ganz liebe Grüßlis Dagmar

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Es wird in allen
Einträgen gesucht.


Jeder Augenblick, in dem du
nicht urteilst,
ist ein Augenblick der Freiheit.
Autor mir unbekannt


der Weg des Adlers in die Freiheit


Klanggebet -
wunderschöne Lieder
und Texte

 

wollpoldis seite



"Es gibt einen Platz, den du füllen darfst,
den niemand sonst füllen kann,
und es gibt etwas für dich zu tun,
was niemand sonst tun kann."
nach Platon









Eigen-Liebe
Eigen-Verantwortung
Eigen-Macht





Du bist Schöpfer deines eigenen Lebens.
Laß gehen und nimm an.
Sorge für DICH.
Hab keine Angst:
du bist behütet -
es kann dir nichts geschehen.




Ich liebe dich und laß dich gehen,
doch einmal - horch:
auf wieder sehen!


Schöpferkarten

 


Was du rufst, das kommt.
Also rufe Glück + Leichtigkeit in dein Leben.

 


Glücklich ist nicht, wer andern so vorkommt,
sondern wer sich selbst dafür hält (Seneca)

 
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Shoutbox

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Sianna
Liebe Dagmar,
habe Dein Lebenszeichen gerade entdeckt und mich riiiiesig darüber gefreut.

Ich grüße Dich mit dem Segen der Göttin,
Sianna
28.7.2010-1:21
uma
Hoi Dagmar :sonne: schön dich wieder mal zu lesen!
schick dir ganz liebe grüsse aus der schweiz! :lieb: uma
13.2.2009-18:15
Wanderer
*klopf*
*klopf*
*Schoggihinleg*
20.9.2008-22:53
Harald
Huhu Dagmar, ich brauch auch ein Lebenszeichen und sende hiermit eins :) :zw:
Harald
24.4.2008-17:55
Wanderer
Hey Dagmar!
Haaaallloooo!
Hast Du Deinen Blog vergessen?
Ich wart auf neue Beiträge...
*lebenszeichenbrauch*

Wandy

:lieb:
17.4.2008-19:34